Wollseifen in der Eifel

Wollseifen war ein kleines Eifeldorf auf der Dreiborner Hochfläche und wurde vermutlich im 12. Jahrhundert gegründet. Die Bewohner lebten vor allem von Landwirtschaft und Viehzucht.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Wollseifen zu einem typischen Eifeldorf mit Bauernhöfen, einer Schule und einer Kirche. Das Dorf gehörte lange zum Herzogtum Jülich.

Die Pfarrkirche St. Rochus wurde im 18. Jahrhundert errichtet und war das religiöse und gesellschaftliche Zentrum des Ortes.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb Wollseifen zunächst weitgehend erhalten. Gegen Kriegsende kam es jedoch in der Umgebung zu schweren Kämpfen im Zuge der Ardennenoffensive.

Im Jahr 1946 beschlagnahmten die britischen Besatzungsbehörden das gesamte Dorf, um einen Truppenübungsplatz einzurichten. Die rund 500 Einwohner mussten ihre Heimat innerhalb weniger Wochen verlassen.

Den Bewohnern wurde zunächst versprochen, nach einigen Jahren zurückkehren zu können. Dieses Versprechen wurde jedoch nie eingelöst.

In den folgenden Jahrzehnten nutzten britische und später belgische Streitkräfte das Gelände für militärische Übungen. Viele Häuser wurden dabei beschädigt oder gezielt abgerissen.

Die Kirche St. Rochus blieb als markantes Bauwerk erhalten. Sie wurde später gesichert und erinnert heute an das verschwundene Dorf.

Nach dem Ende der militärischen Nutzung wurde das Gebiet Teil des Nationalparks Eifel. Besucher können heute die ehemaligen Straßen und Gebäudefundamente erkunden.

Wollseifen gilt heute als Mahnmal gegen Vertreibung und Krieg. Informationstafeln, Führungen und die erhaltenen Ruinen bewahren die Erinnerung an das einst lebendige Dorf und seine Geschichte.