Reiseberichte Wanderbären

Norwegen 2016

Lofoten.
Reisedaten: 21. Mai 2016 - 20. Juni 2016.

Die Lofoten sind eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens, bestehend aus etwa 80 Inseln. Der Name bedeutet „der Luchsfuß“ von „ló“, altnordisch für Luchs, und „foten“, der Fuß.

Die Lofoten liegen etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises im Atlantik, vom Festland getrennt durch den Vestfjord. Die Inselgruppe liegt zwischen dem 67. und 68. Breitengrad und grenzt sich nordöstlich durch den Raftsund von der benachbarten Inselgruppe der Vesterålen ab. Die wichtigsten Inseln sind durch Brücken oder Tunnel miteinander verbunden.



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Reisebericht:

Vorab: Anders als auf dem Festland von Norwegen, ist die Internet-Versorgung auf den Lofoten eher schlecht. Wir haben in der Regel nur unzureichenden Zugang, so dass die Aktualisierung der Webseite nur selten möglich ist. Auf das sonst übliche, tägliche Update werden wir verzichten müssen.

Tag 1-4: Die Anreise

Das Wohnmobil abgeholt. Von den von uns bisher gemieteten, dass mit Abstand am sinnvollsten ausgestattete Fahrzeug. Grosses Bad mit separater Dusche, grosse Küche und elektrisches Hub-Doppelbett. Dazu jede Menge Stauraum: Zwei riesige Schränke hinter dem Bad, zwei Kleiderschränke und unzählige weitere Schränke und Fäche. Wir hatten gar nicht genug "Material" dabei, um diese komplett zu füllen. Der Clou: Die Garage in zwei Ebenen. Platz, Platz, Platz, ...

Start am 23.5.2016 um 18.00 Uhr von Celle aus. Das Wetter war eher bescheiden bis schlecht.
Bei Hamburg war wegen Überflutung die Autobahn fast nicht mehr befahrbar. Wir wären fast abgesoffen :-) .

Die erste Etappe ging bis kurz vor die Storebelt-Brücke. Da wir die Brücken nicht bei Nacht fahren wollten, haben wir hier die erste Rast eingelegt.

Am 24.5.2016 haben wir dann wie geplant die beiden Brücken (Storebelt und Oresund) überquert.
Auch hier nur mässig gutes Wetter. Die Fahrt ging weiter Richtung Stockholm und dann die E4 gefühlte tausende von Kilometern immer geradeaus mit gefühlt immer der gleichen Landschaft. Rechts und links Nadelwald und in der Mitte die Autobahn. Die größte Abwechselung waren hin und wieder auftauchende Seen. Übernachtet haben wir am Rande der E4 auf einem Rastplatz (eigentlich verboten).

Tag 4 der Anreise auf die Lofoten beginnt mit einem Highlight: Wir verlassen die E4 und fahren weiter auf der E10. Hier erreichen wir den Polarkreis und machen ein lustiges Mützenfoto, obwohl es hier 14 Grad sind und nicht wirklich kalt. Ein paar Kilometer weiter sofort die nächste Attraktion: Rentiere am Straßenrand. Doch bevor wir das Auto zum Stillstand gebracht haben und zum Fotoshooting bereit waren, hatten die lieben Tierchen bereits die Flucht ergriffen. Unterwegs haben wir dann aber doch noch ein paar aus dem Auto "erwischt".

Kurz vor der norwegischen Grenze sind wir jäh aufgestoppt worden. Die einzige Straße wurde aufgrund eines Unfalls gesperrt.

Wir fuhren ein paar Kilometer zurück zu einem netten Platz am See, wo Thomas schonmal sein RC-Auto ausprobieren konnte. Morgen geht es weiter und wir kommen hoffentlich bis zum Ziel: Den Lofoten.

Ein wenig Statistik: Bisher 2.700 km Fahrtstrecke (mit der Strecke Köln->Celle sogar 3.050 km), Fahrtzeit gut 33 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h.

  • Wohnmobil außen
  • Wohnmobil innen
  • Truckerin
  • Storebelt-Brücke
  • Oresund-Brücke
  • Den Polarkreis passiert
  • Rentier
  • Rast
  • Mittagsschlaf
  • Zum Tagesabschluss: Grillen

Tag 5: Ankunft auf den Lofoten

Am frühen Nachmittag haben wir unser eigentliches Ziel, die Lofoten, nach 3.200 km, endlich erreicht. Kurz nach einem Stellplatz gesucht und sofort die erste Wanderung unternommen.

"Keiservarden", ein kleiner Gipfel mit einer der schönsten Panoramen. Bereits Kaiser Wilhelm II., den man als Initiator des Lofoten- und Norwegentourismus bezeichnen kann, wanderte zu diesem fantastischen Aussichtspunkt über dem Raftsundet.

Statistik zur Wanderung: 6,28 km, 395 m Anstieg, 395 m Abstieg, Dauer mit Pausen: 2h 33m.

Tag 6: Wanderung Matmora "Mutter der Nahrung"

Heute stand eine Wanderung durch eine der abwechslungsreichsten Berglandschaften der Lofoten auf dem Programm: lichte Wälder, ein Tal mit See, alpines Terrain und sanftes Heidegelände.

Statistik zur Wanderung: 6,75 km, 380 m Antieg, 380 m Abstieg, Dauer mit Pausen: 4h 01m.

Tag 7: Wanderung Tjeldbergtinden

Der Tjeldbergtinden ist für den Norweger aus Svolvaer quasi der "Hausberg",der einlädt ihn eben mal heraufzugehen oder zu -joggen - so quasi mal kurz abends rauf und wieder runter. Leichte Schuhe und ein kleines, in der Hand gehaltenes Wasserfläschen reichen aus um die 367 Höhenmeter mal eben schnell zu machen.

Aber das kennen wir ja schon vom "Norweger". Der schleppt natürlich auch Oma, Opa, Kind und Kegel noch gleich mit auf den Berg, während wir "schlappen Touris" uns mühsam in voller Wanderausrüstung den Berg raufschleppen. Die Anstiege sind hier schon immer gleich heftig. Dafür wird man belohnt mit wundervollen Ausblicken - in diesem Falle sehen wir Solvaer und das dahinterliegende Gebirgspanorama.

Unser Stellplatz für die Nacht

Tag 8: Wanderung Nokksaetra

Heute geht es in die Solvaermarka zur Wanderhütte Nokksaetra. Es beginnt gemächlich am Nedre Svolvaervatnet und der Weg führt weit durch sumpfiges Gelände , wo wir auf Holzstegen balancieren. Dann kommt der Aufstieg zur Hütte, die auf 256 Hm liegt. Hier ist es echt idyllisch und außer uns ist niemand hier. Anders als auf dem "Sommerfoto" in unserem Wanderführer liegt hier allerdings noch Schnee und der See ist noch größtenteils von Eisschollen bedeckt. Da die Sonne aber scheint, ist es hier wie im Winterurlaub. Temperaturen lagen heute bei ca. 20 Grad. Anmerkung: Wenn die Sonne natürlich weg ist, wird es ganz schön "schattig".

Tag 9: Campingtag "Brustranda-Camping"

Heute mal Wanderpause - stattdessen Campingtag. Nachdem wir die E10 verlassen haben und die Nebenstraße 815 zur Auswahl eines geeigneten Campingplatzes auserkoren hatten, wurden wir fündig. "Brustranda-Camping" schien auf den ersten Blick etwas "dubios", da sich vor dem Eingang zum Platz eine alte Tankstelle und eine nicht mehr funktionstüchtige Autowerkstatt befindet, doch hat man den Eingang passiert, bietet sich hier ein schöner Platz am Vestfjorden mit vielen, kleinen, roten Hüttchen.

Tag 10: Wanderung Brattflogan

Wanderbären wieder bei der Arbeit: Direkt vom Campingplatz aus, läßt sich Tour Nr. 25 auf den Berg "Brattflogan" (Rother Wanderführer) beschreiten. Wir gehen durch ein langgezogenes Tal mit alten Gehöften und dann den Berg hinauf. Es mutet hier an, wie im schottischen Hochland. Die letzten Meter zum Gipfel bleiben uns allerdings verwehrt, da hier der Schnee noch nicht geschmolzen ist. So bleiben wir ca. 200 Meter vom Gipfel entfernt mit einer sicherlich nicht weniger imposanten Aussicht auf einem "Raststein" sitzen und futtern die mitgebrachten Polarbrote. Wettertechnisch bleibt noch zu sagen: Saukalter Wind, Temperaturen um die 10 Grad, aber trotzdem schönes Fotowetter, ein bisschen Sonne, viele Wolken, aber dennoch eine sehr empfehlenswerte Tour ohne größere Kraxeleien.

Tag 11: Wanderung Justadtinden

Ein absolutes Wanderhighlight, da die Tour leicht zu gehen ist. Gute Kondition ist allerdings Voraussetzung damit man bis auf 738 m heraufkommt. Wir hatten lediglich einige Schneefelder zu überqueren. Der Panoramablick ist wunderbar. Man sieht auf die hochliegenden Moore und zum Vestfjorden hinunter.

Tag 12: Wikinger-Museum und Ballstad

Eigentlich hatten wir für heute die Küstenwanderung bei Eggum im Visier. Allerdings bei Regen und maximalen Temperaturen von 5 Grad ..... nun ja, wir entschieden uns alternativ für das Wikinger-Museum in Borg, was auch definitiv kein Fehler war. Das Museum ist sehr schön aufbereitet, es gibt Audioguides in allen Sprachen und wir konnten viel über die Wikinger lernen, und einige Vorurteile ausräumen. Es gibt Ausstellungsräume, einen Film und Ausgrabungen. Man kann die Rekonstruktion eines voll eingerichteten Wikinger-Langhauses begehen und alle Replikate in die Hand nehmen.

Danach ging es weiter nach Ballstad, dem größten Fischerdorf der Lofoten. Hier fanden wir - fast am Ende der Straße - auch einen prima WoMo-Stellplatz mit Blick auf den Hafen und die romantischen kleinen, rotgestrichenen Fischerhäuschen. Leider fing es auch hier immer wieder an zu regnen, bzw. man könnte schon eher von Schneeregen sprechen.

Tag 13: Wanderung Ballstadheia

Direkt an unserem Stellplatz fing die Wanderung hoch zum "Nonstinden" an und ging - wie immer erstmal direkt ziemlich steil bergauf. Nachdem wir die ersten 200 Höhenmeter "erkraxelt" hatten, waren wir auf einer Ebene und hatten schonmal wieder ziemlich schöne Panoramablicke. Hier machten wir nur eine kurze Pause, da es einfach zu kalt war. Der Wind pfiff uns heftig um die Ohren. Dann kamen nochmal 250 Höhenmeter, diesmal aber einfacher zu gehen. Oben auf dem Nonstinden angekommen, hatten wir eine sehr schönen Überblick über Ballstad.

Tag 14: Strandtag

Wanderpausentag: Wir wollten unsere "Kletterbeinchen" heute mal entspannen und gönnten uns einen wunderschönen Pausentag am Meer bei Flagstad. Der Campingplatz Skagen liegt direkt am Strand und ab Mittag hatten wir besten Sonnenschein und dann ließ der fiese, kalte Wind der letzten Tage auch noch nach. Was wollten wir mehr .... als diesen Tag einfach nur genießen.

Tag 15 bis Tag 22: A, Fahren, Alesund, Wandern, Shoppen und Relaxen

Fahrt nach A. Es gibt tatsächlich eine Stadt auf der Welt, deren Name nur aus dem ersten Buchstaben des Alphabetes besteht: "A". Diese liegt am südlichen Ende der lofotischen Insel "Moskenesoy". Mit dem WoMo dort angekommen, mußten wir zwei Feststellungen machen: 1. Es regnet auch hier in Strömen und 2. Ziemlich touristisch.

Nichtsdestotrotz haben wir uns alles angeschaut und sind auf das Fischermuseum gestoßen. Hier kann man die alten Fischerhäuser "Rorbuer" anschauen.

Da der Wetterbericht für die ganze Woche nur Regen und Kälte verlauten ließ, haben wir beschlossen noch eine Nacht auf dem Campingplatz bei Valberg zu verbringen, Tendenz allerdings schon jetzt: Die Lofoten verlassen und ab in südlichere Gefilde.

Wir setzten am nächsten Tag mit der Fähre von Svolvaer nach Skutvik über und fuhren in den nächsten beiden Tagen bis Alesund. Dort war das Wetter schöner und wärmer und da wir zufälligerweise an einer Stelle einen Stellplatz fanden, den wir schon kannten und der sich an einer Wanderroute befand, sind wir abends nach dem Essen noch zu einen kleinen Spaziergang in Richtung "Maslia" aufgebrochen. Wunderschönes Wetter und wunderschönes Licht bei Mitternachtssonne. Zudem auf dem Weg noch einige "Geocaches" gefunden.

Für den nächsten Tag stand "Wollkleidung" bei Devold shoppen auf dem Programm und die Wanderung auf den "Frostadtinden". Auch dies wieder eine wunderschöne Wanderung mit tollen Fernblicken auf die Inselwelt vor Alesund. Nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, mußten wir "bäuchlings" ein kleines Schneefeld passieren... Es ist halt noch Frühsommer hier und noch ist nicht aller Schnee getaut.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung "Telemark"- Kanal. Dies sollte unser Ziel für die letzten Urlaubstage sein. "Paddeln", "Radfahren", "Relaxen" und das alles von einem Standort aus: Kanalcamping "Lunde". Den Campingplatz kennen wir schon vom letzten Mal. Also eine "sichere Bank".


Unser aktueller Standort: Lunde, Campingplatz Kanalcamping