Schloss Belvedere

Schloss Belvedere liegt auf einer Anhöhe südlich von Weimar und gehört zu den schönsten barocken Schlossanlagen der Stadt. Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar und Eisenach ließ die Sommerresidenz zwischen 1724 und 1748 errichten. Mit der Planung war vor allem der herzogliche Landbaumeister Gottfried Heinrich Krohne betraut, der Belvedere als repräsentatives Lust- und Jagdschloss gestaltete. 

Die Anlage entstand nach dem Vorbild einer französisch geprägten „Maison de plaisance“, also eines Schlosses, das vor allem der Erholung und höfischen Unterhaltung diente. Der gelb gefasste Hauptbau wird von seitlichen Pavillons und geschwungenen Verbindungstrakten ergänzt und wirkt dadurch besonders leicht und elegant. Zum Ensemble gehörten außerdem Kavaliershäuser, Wirtschaftsgebäude, eine Menagerie sowie eine große Orangerie für exotische Pflanzen. 

Unter Ernst August war der Garten zunächst streng barock und nach französischem Vorbild angelegt. Nach seinem Tod im Jahr 1748 verlor die Anlage zunächst an Bedeutung, ehe Herzogin Anna Amalia Belvedere ab 1758 wieder stärker als Sommeraufenthalt nutzte und den Park neu gestalten ließ. Unter ihrem Sohn Herzog Carl August wurde der Park schrittweise zu einem englisch geprägten Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, Baumgruppen und naturnahen Partien umgestaltet. 

Carl August beschäftigte sich in Belvedere gemeinsam mit Johann Wolfgang von Goethe intensiv mit Botanik, und bis 1820 entstand hier eine umfangreiche Sammlung mit rund 7.900 einheimischen und exotischen Pflanzenarten. Auch Großfürstin Maria Pawlowna prägte die Anlage, für die westlich des Schlosses der sogenannte Russische Garten angelegt wurde. 

Bis 1904 diente Belvedere der Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach immer wieder als beliebter Sommersitz. Nach der Abdankung des letzten Großherzogs Wilhelm Ernst ging die Anlage in den Besitz des Freistaates Thüringen über und wurde 1923 als Museum für Kunsthandwerk des 18. Jahrhunderts eröffnet. 

Heute vermitteln die historischen Räume sowie Möbel, Porzellane, Gläser und höfische Accessoires einen anschaulichen Eindruck vom Leben des Spätbarock und Rokoko. Seit 1998 gehören Schloss Belvedere, der weitläufige Park und die Orangerie als Bestandteil des Ensembles „Klassisches Weimar“ zum UNESCO-Welterbe und verbinden Architektur, Gartenkunst und Kulturgeschichte zu einem der bedeutendsten Ausflugsziele rund um Weimar.